WILD: Fünfte flächendeckende Erfassung von Wildarten startet im Frühjahr

Monitoring der Jäger ermöglicht Einschätzung der biologischen Vielfalt in Deutschland

Im Frühjahr 2015 startet die fünfte Flächendeckende Erfassung (FE) des Wildtierinformationssystems der Länder Deutschlands (WILD). Ziel ist eine möglichst lückenlose Erfassung der Verbreitungsgebiete, der Populationsdichten und -entwicklungen sowie der Jagdstrecken ausgewählter Wildarten in Deutschland.

Mit den Daten liefert die Jägerschaft einen wichtigen Beitrag zur Einschätzung der Biologischen Vielfalt in Deutschland und trägt zur Sicherung der jagdlichen Nutzung stabiler Wildtierpopulationen bei. Der DJV und die beteiligten Landesjagdverbände rufen alle Revierinhaber auf, sich an der FE zu beteiligen.

 

Mitmachen dringend erwünscht

Denn wer, wenn nicht die Jäger, können das Vorkommen relevanter Arten und mögliche Veränderungen in Feld- und Waldhabitaten am besten einschätzen. So tragen sie doch auch große Verantwortung für die in ihren Revieren vorkommenden und bejagten Arten. An der FE 2013 beteiligten sich rund 25.000 Jagdbezirke – das umfasst etwa 40 % aller Reviere in Deutschland. Die FE stellt damit das größte und bislang einzige Monitoring-Programm für Wildtiere in Deutschland dar und ist gleichzeitig wegweisend für ähnliche Vorhaben in anderen europäischen Ländern.

 

Welche Arten werden erfasst?

Die Abfrage der klassischen Niederwildarten Rebhuhn (Brutvorkommen, Jagdstrecke), Fasan und Wildkaninchen (beide Vorkommen, Jagdstrecke) wird im Jahr 2015 um die Waldschnepfe ergänzt, da die aktuelle Datenlage zum tatsächlichen Brutvorkommen vergleichsweise dünn ist. Vor allem ihre heimliche Lebensweise in den Brutgebieten sowie das opportunistische, unberechenbare Zugverhalten macht eine Einschätzung der Populationsgröße der Waldschnepfe schwierig. Deshalb werden zusätzlich Daten zu Durchzüglern, Wintergästen und/oder Lagerschnepfen eingeholt.

Nach der FE 2013 werden im Zusammenhang mit den Raubsäugern Rotfuchs, Dachs, Marderhund, Waschbär und Mink wiederholt Details zur Jagdstrecke (Abschuss, Fallenfang, Fallwild) sowie zum Auftreten der Krankheiten Räude und Staupe abgefragt. Vor allem das Krankheitsgeschehen kann vor dem Hintergrund der kontinuierlich steigenden Besätze der Neozoen besser verfolgt werden. 

Die Wildkatze wird im Jahr 2015 nach der FE 2006 und FE 2011 bereits zum dritten Mal abgefragt. Besonderes Augenmerk liegt wiederum auf der Art des Nachweises dieses sehr scheuen Tieres. Außerdem soll die Abfrage Informationen darüber liefern, ob und inwieweit es die Katzen mittlerweile schaffen, durch die neu entstehenden Lebensraumverbundachsen (Projekt „Wildkatzensprung“ des BUND) ihr Verbreitungsgebiet zu erweitern. Gerade im Hinblick auf den Versuch der Vernetzung der bislang weitgehend isolierten Einzelpopulationen ist eine derartige Beobachtung im Rahmen der FE  sinnvoll.

Erneut bei der FE dabei sind Fischotter, Biber und Nutria. Diese Arten wurden erstmals im Jahr 2006 hinsichtlich ihres Vorkommens abgefragt. Im Jahr 2015 soll nun auch die Art des Nachweises (Beobachtung/Spuren, Burg/Bau, Jungtiere) angegeben sowie die Größe der Gesamtpopulation eingeschätzt werden. In diesem Zusammenhang wird erstmalig der Bisam in die Abfrage mit aufgenommen.

 

Datenqualität ist entscheidend

Sollte eine der im Fragebogen genannten Arten im jeweiligen Revier nicht vorkommen, so muss auch dies durch Ankreuzen des Feldes „kein Vorkommen“ dokumentiert werden. Nur so lassen sich Status und künftige Veränderungen auswerten. Zudem ist es bei der Ermittlung der Besatz- bzw. Paardichte wichtig, Doppelzählungen zu vermeiden. Daher sollen wirklich nur die im jeweiligen Revier brütenden Paare angegeben werden. Hilfreich ist eine Absprache der Revierinhaber untereinander. Dies gilt gerade für Arten, deren Streifgebiet mehrere Jagdbezirke umfasst.

Die Erfassungsbögen werden je nach Bundesland auf Grund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf verschiedenen Wegen an die Jagdpächter verteilt. Weitere Informationen gibt es beim zuständigen Landesjagdverband. Den Erfassungsbogen gibt es auf www.jagdverband.de oder am Ende dieses Newsletters zum Download.

 

Kontakt:

Svende Kampmann

DJV-Referentin für Wildökologie und Wildtiermanagement

Tel: 030 / 209 13 94 - 17

Mail: s.kampmann@jagdverband.de