Jäger fordern Anpassung des Schutzstatus von Biber und Wolf

Auf seiner Delegiertenversammlung verabschiedete der Landesjagdverband Brandenburg mit überwältigender Mehrheit ein umfassendes Positionspapier. 

Die knapp 250 Delegierten des Landesjagdverbandes Brandenburg e.V. (LJVB) verabschiedeten nach eingehender Diskussion mit überwältigender Mehrheit Ihr aktuelles Positionspapier „Jagen in Brandenburg – Zeitgemäß. Bodenständig. Nachhaltig“. Die Brandenburger Jäger setzen damit ein klares Zeichen. So fordern sie unter anderem die Anpassung des Schutzstatus von Biber und Wolf. Kormoran, Nilgans und Nutria sollen ins Jagdrecht überführt und bejagt werden.

„Wenn eine nachhaltig nutzbare Art in ihrem Bestand nicht gefährdet ist und dieser Zustand durch die Nutzung nicht in Frage gestellt wird, gehört sie ins Jagdrecht“, sagt Georg Baumann, Geschäftsführer des LJVB. „Neozoen, die durch Bejagung in ihrem Bestand reguliert werden können, gehören ebenso ins Jagdrecht, denn genau dafür wurde es gemacht.“

Darüber hinaus sprechen sich die Jäger für eine umweltverträgliche Umsetzung der Energiewende aus. Windkraftanlagen im Wald lehnen sie derzeit ab. Die Stromerzeugung aus Biomasse muss enger mit dem Arten- und Naturschutz verzahnt werden.

„Die 9.600 Mitglieder unseres Verbandes haben mit ihren klaren Beschlüssen ein deutliches Signal an Politik und Öffentlichkeit gesendet, “ so Georg Baumann. Zuvor hatte Verbandspräsident Dr. Wolfgang Bethe konkrete Forderungen an die Landesregierung gerichtet und deutlich kritische Töne angeschlagen. Er sprach von der Widersinnigkeit der erlassenen Jagdgesetzänderung vom vergangenen Jahr und stellte klar: „Wir akzeptieren nicht, dass Rehe zu Freiwild erklärt werden.“

Darüber hinaus forderte er die Überprüfung des Schutzstatus‘ des Wolfes auf europäischer Ebene. „Der Wolf muss dringend in Anhang 5 der FFH Richtlinie aufgenommen werden. Damit schaffen wir die Rahmenbedingungen, um den lokalen Erfordernissen entsprechend handeln zu können.“ An Landwirtschaftsminister Vogelsänger gewandt, sprach Bethe: „Nehmen Sie die Sorgen der Menschen in unserem Land ernst, nehmen Sie die Sorgen von uns Jägern ernst. Wenn wir das Leben im ländlichen Raum stärken wollen, müssen wir auf die Menschen hören, die dort leben. Dann reicht es eben nicht “Willkommen Wolf“ zu rufen. Sondern dann müssen wir konkrete Lösungen für die vorhandenen Probleme finden.“

Im Hinblick auf die drohende Afrikanische Schweinepest forderte Bethe unbürokratische Lösungen für das Anlegen von Bejagungsschneisen insbesondere in großen Maisschlägen. Nur so ließe sich eine Steigerung der Jagdstrecke bei Wildschweinen erreichen, erklärt Bethe. Ferner sei die Aussetzung der Trichinenprobengebühr für Frischlinge unter 20 Kilogramm geboten. „Denn im Frühjahr und Sommer wiegen Frischlinge oft nicht mehr als zehn bis 15 Kilo. „Wenn ich so einen Frosch erlege, bringt der im Wildbretverkauf – wenn ich ihn denn überhaupt verkaufen kann – maximal zehn bis zwanzig Euro. Dann muss ich aber für die Abgabe der Trichinenprobe hin und zurück mehr als 50 km fahren und die Probe kostet ja auch noch mal Geld. Da zahlt man am Ende für jeden erlegten Frischling drauf. Das kann dazu führen, dass die Sommermonate nicht so intensiv für die Schwarzwildbejagung genutzt werden, wie das eigentlich nötig wäre“, so der Verbandspräsident.

Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. ist die Interessenvertretung der Jägerinnen und Jäger im Land. Als anerkannter Naturschutzverband setzt er sich aktiv für die Interessen der Jagd und der Umwelt in Brandenburg ein. Um den berechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen, kann der Verband auf einen starken Rückhalt bauen: seine rund 9.600 Mitglieder.