Wir müssen den Umgang mit dem Wolf lernen

DJV-Geschäftsführer Andreas Leppmann auf der NABU-Wolfskonferenz

Vom 24. bis 26. September veranstaltete der NABU in Wolfsburg eine internationale Konferenz zum Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf. Neben Verbandsvertretern und Experten aus Deutschland präsentierten auch Forscher aus den USA, Schweden, Norwegen, Italien und Kroatien den circa 400 Teilnehmern Erkenntnisse zum Thema Wolf. Etwa ein Drittel der Teilnehmer waren Jäger.

Für den Deutschen Jagdverband (DJV) sprach Geschäftsführer Andreas Leppmann: „Wir müssen den Umgang mit dem Wolf lernen.“ Laut einer aktuellen Studie im Auftrag des NABU haben ein Drittel der Deutschen Angst, in einem Wolfsgebiet spazieren zu gehen. Dieser Ruf aus der Bevölkerung müsse ernst genommen werden, so Leppmann. Er betonte zudem, dass die Jagdverbände in Deutschland die illegale Tötung von Wölfen entschieden ablehnen. Leppmann rief alle Teilnehmer zu einem sachlichen Umgang beim Thema Wolf auf. Es werde immer die erwähnten „Wolfshasser“ und „Wolfskuschler“ geben – und zwar in allen gesellschaftlichen Gruppen.

Leppmann forderte weiterhin den Auf- und Ausbau eines grenzübergreifenden Monitorings: „Es kann nicht sein, dass Polen ein nicht vergleichbares Monitoring betreibt. Zudem wäre es wichtig, aus jedem Rudel ein weibliches Tier zu besendern, um Ausbreitungstendenzen besser verfolgen zu können.“ Leppmann wies außerdem darauf hin, dass es noch keine umfassende Strategie zur Vergrämung verhaltensauffälliger Wölfe gebe: „Vergrämung ist ein Thema. Wir müssen jetzt über praktikable Lösungen reden.“

Leppmann sprach sich zudem für eine Änderung der Eingruppierung des Wolfes von Anhang IV in Anhang V der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union aus. Der Wolf dürfe nicht das gleiche Desaster erleben wie der Biber. "Hier gibt es immer mehr Unverständnis bei der Bevölkerung, weil die Schäden zunehmen, die Akzeptanz schwindet. Ein Handeln ist wegen den großen bürokratischen Hürden kaum möglich."

Zuletzt warnte Leppmann davor Arten gegeneinander auszuspielen: "Wenn der Wolf das letzte Wildschaf in der Göhrde gefressen hat, ist ein wertvoller Genpool für immer erloschen. Wir müssen alles dafür tun, um das zu verhindern. Schließlich werden auch Wisente wiedereingebürgert aus Gründen des Arterhaltes. Der Wolf darf wandern, wohin er will. Der Rothirsch – eine Leitart des Biotopschutzes – ist auf behördliche Bezirke festgelegt." Laut Leppmann müsse es ein artübergreifendes Wildtiermanagement geben.

Der DJV berichtete live via Facebook und Twitter (#menschwolf) von der Konferenz. Die besten Zitate und Ergebnisse hat der DJV auf www.jagdverband.de/content/nabu-wolfskonferenz für Sie zusammen-gefasst.