Nachtsichtgeräte in der Jagd

In der Diskussion über den Einsatz von Nachtsichtzielgeräten, sage ich ein klares „JA“ zur Erlaubnis durch den Gesetzgeber und Einführung in der Jagdpraxis. 

Jeder Revierpächter weiß um die Veränderungen in der Jagd durch großflächigen, schadträchtigen Feldfruchtanbau wie Mais, was den Schwarzkitteln ausgezeichnet bekommt, sowie eine deutlich zu erkennende Veränderung der Witterungsbedingungen. Mondhelle Nächte oder gar ausreichende Schneelagen über mehrere Wochen sind kaum noch vorhanden um bei guter Sicht die erfolgreiche Jagd auf das Schwarzwild auszuüben.

Die Lernfähigkeit des Schwarzwildes,  das es im Hellen schnell „BUMM“ macht und „einer in der Rotte plötzlich fehlt“, lässt die Schwarzkittel fast ausschließlich im Schlagschatten der Waldränder agieren oder in völlig dunklen Nächten.

Wer soll das noch bezahlen und dabei noch hilflos zuschauen oder besser gesagt „im Dunkeln dumm rumstehen“. Kein Jäger möchte dies.

Da der Gesetzgeber sich nach wie vor ziert eine Genehmigung zum Einsatz von Nachtzielgeräten zu erteilen, nimmt er die Schadensersatzforderungen an die Jägerschaft billigend in Kauf, und argumentiert mit ethisch moralischen Argumenten bezogen auf eine waidgerechte Jagd bei der auch das Wild eine Chance haben soll. Wo bleibt die Chance für die Jäger die überhöhten Bestände zu reduzieren wenn das notwendige natürliche Licht ausbleibt? Wo bleibt für die Jäger die Chance die Schäden in den Revieren zu minimieren um sie noch bezahlen zu können? Einige Reviere in Deutschland sind bereits auf Grund der Schwarzwildbestände und den davon resultierenden Schäden nicht mehr zu verpachten. Hier bleiben dann die Landwirte auf den Schäden selbst sitzen.

Prima moralische Gedanken der Politik zu diesem Thema, aber leider nur oberflächlich und kurzsichtig, ohne praktische Grundlagen und Kenntnisse. Dann mögen sich aber auch diese Politiker  mit den überhöhten Schwarzwildbeständen herumschlagen und die Schadensbeträge aus ihrer eigenen Schatulle bezahlen.

Ich bin der Meinung, dass die Jagd auf Schwarzwild mit Hilfe von Nachtzielgeräten deutlich bei der Reduzierung der Bestände helfen wird und ein  Schuss sicher und rasch tötend angetragen werden kann.

Letztendlich jagen wir in zwischen ja auch mit Feuerwaffen und haben die Keule und den Bogen aus der Hand gelegt. Warum können wir das nicht im Zuge der technischen  Entwicklung  auch auf die Genehmigung zum Einsatz von Nachtzielgeräten anwenden? Wenn nein sollten wir besser wieder zur Keule zurückkehren um die Chancengleichheit zu wahren. Ob das dann aber tierschutzgerecht ist? Also besser Nachtzielgeräte freigeben, im Sinne aller.

 

Wolfgang Brunner

 

Leiter der Hegegemeinschaft Sontra