Nachtzieltechnik HJ 10/16 S.44, meine Meinnung dazu

Das Thema Nachtzieltechnik ist mit Pro und Contra ausgiebig dargestellt worden. Dazu möchte ich aus meiner Sicht und meinem Revier wie folgt antworten:

In ganz Europa, mit Ausnahme von Deutschland, dürfen Jäger die Nachtzieltechnik nutzen. Warum der deutsche Gesetzgeber diese Zieltechnik mit vielen Vorteilen dem Jäger verwehrt, erschließt sich mir nicht! 

Jagdpächter und Waldjäger mit nur geringem Wildschaden durch Schwarzwild, und der Möglichkeit, bei gutem Büchsenlicht zu jagen, bedürfen ganz sicher keiner Nachtzieltechnik. 

In meinem Feldrevier mit nur sehr geringem Waldanteil, aber auf ca. 5 km an tausende ha Hessenforst angrenzend, sieht die Sache ganz anders aus!

In der Zeit der Getreideaussaat und der Milchreife der einzelnen Getreidearten kommen die Sauen in der Dämmerung oder in den Nachtstunden aus dem Wald und ziehen in die Felder. Bei schwachem Licht, fehlendem Mond und dunklen Regennächten ist ein Ansprechen und eine verantwortungsvolle Schussabgabe kaum möglich, aber die Schadflächen werden in jeder Nacht größer, der Jäger ist geradezu ohnmächtig!

Mit der Anwendung von Nachtzieltechnik kann das Wild angesprochen, ausgewählt und mit einem präzisen Schuss erlegt werden.

Schlechte Schüsse einhergehend mit Schmerzen für das Wild, Wildbretentwertung und einer hohen Anzahl an Nachsuchen auf Schwarzwild gingen signifikant zurück!

Jeder Pächter von Feldjagden, der nachweislich Wildschäden vergütet, sollte die vorhandene Nachtzieltechnik zur Wildschadensreduzierung, nicht zuletzt auch aus volkswirtschaftlichen Gründen nutzen dürfen.

 Werner Rehwald